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Trockene Füße und ein warmes Nachtmahl: Eine Begegnung auf Wiens Straßen

Kürzlich begleitete eine unserer MED4HOPE-Ärztinnen das Team des Vereins Obdach unterwegs bei einem Einsatz im 8. Wiener Gemeindebezirk. Die Zusammenarbeit war, wie so oft, hervorragend. Gemeinsam konnten sie einem Menschen begegnen, dessen Schicksal exemplarisch für das vieler Obdachloser steht.

Der Patient, ein 72-jähriger Mann aus der Slowakei, lebt seit zwölf Jahren auf den Straßen Wiens. Trotz regelmäßiger Besuche in einem Tageszentrum hatte er sich dort noch nie behandeln lassen.

Was sich unserer Ärztin bot, war ein Bild tiefen Leidens. Der alte Mann leidet unter schwerer Harninkontinenz. Seine Hose, Socken und Schuhe waren vollständig mit Urin durchtränkt. Dazu kamen verfärbte aufgeweichte geschwollene Fußsohlen - sogenannte "Schützengrabenfüße", die durch die ständige Nässe Gewebs- und Nervenschäden verursachen.

Trotz seiner offensichtlichen Scham war der Patient kooperativ. Die Hoffnung auf Linderung und der Schmerz waren wohl größer als die Verlegenheit. Bereitwillig zeigte er seine Wunden. Unsere Ärztin konnte ihm sofort Schmerztabletten und einen Becher warmen Tee anbieten - kleine Gesten, die in diesem Moment viele Türen öffnet.

Mehr als nur Erste Hilfe: nachhaltige Unterstützung

Die Kleidung des Mannes war durchnässt und verschmutzt, seine Beine notdürftig mit alten Stofffetzen umwickelt. Unsere Ärztin versorgte seine Wunden so gut es auf der Straße möglich war, verband seine Füße und gab ihm weitere Schmerzmedikamente.

Die Erste Hilfe auf der Straße ist unverzichtbar, aber sie darf kein Tropfen auf den heißen Stein sein. So wurde eine unserer slowakisch sprechenden Ärztinnen direkt vor Ort angerufen. Sie erklärte dem Mann in seiner Muttersprache, dass sie am kommenden Abend einen MED4HOPE Einsatz in der Notschlafstelle Vinzirast mache und ihm dort noch wesentlich besser weiterhelfen könne.

Nach Rücksprache mit der Leitung der Vinzirast wurde mit dem Patienten vereinbart, dass die Streetworker von Obdach unterwegs ihn am nächsten Tag mit ihrem Auto dorthin bringen, er dort duschen kann und frisches Gewand bekommt und nach dieser gründlichen Reinigung neue Verbände und ein warmes Nachtmahl erhält. Alles das hat dann auch so funktioniert.

Diese Geschichte ist ein berührendes Zeugnis dafür, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen und die Unterstützung engagierter Menschen ist. Sie zeigt, dass hinter jeder Statistik ein individuelles Schicksal steckt, das unsere Aufmerksamkeit und unsere Empathie verdient.

Ihre Spende macht den Unterschied

Jede Begegnung wie diese verdeutlicht, wie dringend unsere Arbeit und die Unterstützung für obdachlose Menschen benötigt werden. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie uns, weiterhin medizinische Hilfe direkt auf die Straße zu bringen, Vertrauen aufzubauen und ein Stück Würde zurückzugeben.

Bitte helfen Sie uns, Menschen wie dem 72-jährigen Mann aus der Slowakei ein besseres Leben zu ermöglichen. Jeder Beitrag zählt.

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